Katholische Kirche Oerlikon mit welcher Strasse ?

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Katholische Kirche Oerlikon mit welcher Strasse ?

Beitragvon Chronist » Mittwoch 30. Januar 2013, 10:18

Was würde besser zu einem sonntäglichen Bilderrätsel passen, als genau dieses schöne Bild einer Ansichtskarte aus dem Jahre 1913 mit einer Kirche. Die Karte ist betitelt mit "Oerlikon mit kath. Kirche". Und die Karte hat für mich eine sehr starke Ausstrahlungskraft und ist äusserst liebevoll und detailiert wiedergegeben.

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Die Frage um welche Kirche es sich dabei handelt stelle ich nicht, denn das wäre ja wirklich zu einfach. Darum nehme ich es vorweg es ist die Herz-Jesu-Kirche an der Schwamendingenstrasse 57.

Jetzt aber zu unserer heutigen Knobelfrage:
Welche Strasse sehen wir im Vordergrund und was für ein leicht gebogener Weg erstreckt sich in der Bildmitte von uns weg?
Viel Spass beim Knobeln. Mit einer Karte ist es nicht einmal so schwer :-)
Allerseits einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.
Chronist
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Re: Katholische Kirche Oerlikon mit welcher Strasse ?

Beitragvon Eric von der Forch » Dienstag 19. Februar 2013, 13:12

Im Vordergrund ist die gut ausgebaute Hauptverkehrsachse nach Zürich zu sehen, die heutige Schaffhauserstrasse, welche bis zur Eingemeindung Oerlikons im Jahre 1934 Zürichstrasse hiess. Hier zirkulierte seit dem 22. Oktober 1897 die elektrische Strassenbahn Zürich-Oerlikon-Seebach (ZOS), die per 1. Mai 1931 von der Städtischen Strassenbahn Zürich (StStZ) übernommen wurde (seit 1950 Verkehrsbetriebe Zürich VBZ). Auf der Ansichtskarte sind die Fahrleitungsmasten der ZOS deutlich zu erkennen.
Das erste elektrische Zürcher Tram hatte bereits am 8. März 1894 auf der Strecke Bellevue-Burgwies den Betrieb aufgenommen (ESZ).

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Bild 1: Kreuzung zweier Motorwagen der ZOS auf dem ländlichen Milchbuck. Die Umstellung vom Rollenstromabnehmer- auf Bügelbetrieb erfolgte 1918.
Der gebogene Weg in der Bildmitte, die Allenmoosstrasse, hiess früher im Abschnitt zwischen Oerlikonerstrasse (damals Haldenstrasse genannt) und Schwamendingerstrasse, Breitestrasse. Die Kartenausschnitte 1908 und 1931 zeigen die jeweilige Situation.

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Bild 2: Oerlikon 1908

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Bild 3: Planausschnitt Oerlikon 1931
Auf dem freien Feld nördlich der Herz-Jesu-Kirche wurde am 25. August 1912 die Offene Rennbahn Oerlikon eingeweiht, wo heute noch Velorennen stattfinden.

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Bild 4: Luftaufnahme der Offenen Rennbahn Oerlikon am Eröffnungstag
Nach dem Bahnbau von 1855/56 und 1865 führte die günstige Verkehrslage Oerlikons zu einem rasanten industriellen Aufschwung. Die Ortsbezeichnung eines ehemals kleinen Bauerndorfes erlangte weltweiten Bekanntheitsgrad und etablierte sich als Markenname. Dafür verantwortlich waren hauptsächlich die Produkte der MFO und WO Oerlikon Bührle & Co. Die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) geht auf die 1863 als P.E. Huber & Co. gegründete Firma zurück. Die Schweizerische Maschinenfabrik Oerlikon (SWO) entstand 1906 als Spin-off der MFO und firmierte ab 1937 als Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon Bührle & Co.

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Bild 5: MFO 1908

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Bild6: SWO 1906

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Bild 7: Oerlikon 50 PS Flugmotor 1913

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Bild 8: Oerlikon 20 mm Flak 1938
Freundliche Grüsse
Eric von der Forch
Eric von der Forch
 


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